Carlo vom Derletal - LCD                                                  (Pino * 30.05.2015, Trikuspidaldysplasie)


05. Juli 2017

Hier ein ziemlich verspätetes Update:

 

Im Februar waren wir zur ersten Nachuntersuchung in der Tierklinik am Kaiserberg bei Herrn Dr. Stosic. Diesmal ließ ich eine offizielle "Zuchtuntersuchung" für das Collegium Cardiologicum durchführen, um den Befund beim LCD einreichen zu können.

Der Kollege war sehr zufrieden mit den Ultraschallergebnissen. Die rechte Herzhälfte ist im Vergleich zur ersten Untersuchung stabil geblieben, während sich die linke Herzhälfte sogar minimal vergrößert hat. Wie beim letzten Mal blieb Pino während der Untersuchung sehr entspannt.

 

Mittlerweile bekommt Pino aufgrund seiner Hautproblematik nur noch das Vetmedin als tiermedizinisches Präparat, die anderen Präparate habe ich gegen Humanpräparate ausgetauscht. Seit Ende Januar begleitet uns eine Tierheilpraktikerin, um Pino zusätzlich mit alternativen Mitteln zu unterstützen.

 

Aktuell bekommt Pino:

 

  • Vetmedin morgens 7,5 mg, abends 5 mg (jetzt als Kapseln anstatt Kautabletten)
  • Benazepril-HCl 1x tgl. 7,5 mg - Humanpräparat (anstatt Cardalis)
  • Spironolacton 1x tgl. 50 mg - Humanpräparat (anstatt Cardalis)
  • Furosemid 2x tgl. 20 mg
  • Cralonin (Heel) - alle zwei Tage 1 Ampulle à 1 ml
  • Cor suis Injeel (Heel) - alle drei Tage 1 Ampulle à 1 ml
  • Schüssler Salz Nr. 22 - 3x tgl. 2 Tabletten

 

Pino geht es momentan gut. Am Wochenende waren wir in der Eifel bei tollen Wetter wandern, da war er richtig klasse drauf. Zwischendurch hat er Tage, wo er müde und nicht wirklich motiviert ist, einen Dummy zu apportieren. Wobei das sicherlich auch mit den Frühlingsgefühlen zusammenhängen kann, denn im Moment sind einige Hündinnen in der Gegend läufig. Zu meinem Glück jammert er nicht im Haus oder sitzt leidend vor der Tür. 


29. Dezember 2016

Nun gehört Pino auch zu den 'Herzhunden'.

 

Pino wurde am 30.05.2015 mit fünf weiteren Geschwistern per Kaiserschnitt geboren. Eine kleine Hündin wurde noch am gleichen Tag euthanasiert, während die anderen quietschfidel waren. Die drei Mädels waren die schwersten, während die beiden Jungs eher zu den leichteren gehörten. Es war ein sehr harmonischer Wurf, sie wuchsen alle trotz des heißen Frühsommers unauffällig auf. Auch die Wurfabnahme war zufriedenstellend. Im Alter von zehn Wochen zog Pino zu mir.

Bei den Impfungen fiel mir nie was auf, Pino erschien mir munter und aufmerksam.

 

Am 14.11.2016 war ich mit ihm bei einem Zahnspezialist, da er sich eine Fraktur am unteren Caninus zugezogen hatte und daher eine Metallkrone zum Schutz des Zahnes angefertigt werden sollte. Bei der Routineuntersuchung vor der Narkose wurde auf der rechten Thoraxseite ein massives systolisches Herzgeräusch 4/6 inkl. Schwirren festgestellt. Daraufhin wurden Röntgenbilder vom Thorax angefertigt, die schockierend waren – Ergebnis: Kardiomegalie mit VHS 13 und das mit erst anderthalb Jahren!

 

Zwei Tage später waren wir bei Herrn Dr. Stosic in der Tierklinik am Kaiserberg in Duisburg, um die Ursache abklären zu lassen. Dort wurde die Diagnose 'Trikuspidalklappendysplasie mit hgr. Rechtsatrium- und Rechtsventrikeldilatation' mit folgenden Befunden gestellt:

 

  • rechtes Atrium und rechter Ventrikel hochgradig vergrößert
  • Trikuspidalklappensegel verkürzt, mit deutlich eingeschränkter Bewegung und weit in den Ventrikel verlagert - hgr. Trikuspidalklappeninsuffizienz
  • linkes Herz insgesamt schmal
  • Pulmonal- und Aortenklappen oB

 

Zur Prognose konnte Herr Dr. Stosic mir nicht viel sagen. Außer dass Pino entweder damit alt werden kann, so lange er so wie im Moment stabil bleiben würde, oder dass es auch ganz schnell bergab gehen kann.

Pino wurde sofort auf Medikamente gesetzt. Seine Medikation sieht momentan so aus:

 

  • Vetmedin morgens 7,5 mg, abends 5 mg
  • Cardalis 1x tgl. 7,5 mg/60mg
  • Furosemid 2x tgl. 20 mg

 

Die ersten zwei Wochen nach der Diagnose waren furchtbar, gerade weil Pino doch noch so jung war! Außerdem fragte ich mich die ganze Zeit, ob ich nicht doch was überhört hatte, da ich ihn selbst impfte. In dem Fall konnte Sophie mich beruhigen, dass dies schon öfter vorkäme und auch selbst einige Kardiologen ihre Probleme mit der Auskultation hätten.

Im Oktober 2016 ließ ich das HD-/ED-Röntgen unter Narkose von einer Kollegin durchführen, da ich dies nicht beim eigenen Hund machen wollte. Da spielen die Emotionen einfach eine zu große Rolle, und man denkt hier auch als Tierärztin nicht mehr rational. Doch auch der Kollegin fiel das Herzgeräusch nicht auf.

 

Jetzt wo ich weiß, dass Pino ein Herzproblem hat, fallen mir doch einige Kleinigkeiten auf, die schon immer da gewesen sind. Er fängt schon bei geringerer Anstrengung an zu hecheln, auch bei kühleren Temperaturen. Aber das hat ihn bisher in der Bewegung bzw. in seiner Aktivität nicht eingeschränkt. So der richtige Sprinter im Spiel mit anderen Hunden ist er noch nie gewesen.

Wenn er könnte, würde er am liebsten den ganzen Tag mit seinem Ball spielen oder die Dummies apportieren wollen. Er ist einfach ein typischer Junghund, der auch mal seine wilden fünf Minuten hat. Es ist sogar so, dass er sich selbst einschätzen kann, wann er wieder einen Gang runter schalten muss, worüber ich sehr froh bin. Nur im Spiel mit seiner Schwester muss ich ihn schon ein wenig bremsen, da die beiden sich gegenseitig aufstacheln und Pino hier nicht nachgeben kann. So wie Geschwister halt eben sind!

 

In den ersten beiden Wochen der Medikation erschien Pino mir sehr müde. Er hatte zwei kleine Schwächeanfälle, als er sich zu sehr aufregte. Es sah aus, als würde er mit den Hinterbeinen zur Seite wegklappen. Hier beruhigte er sich Gott sei Dank sehr schnell wieder und erholte sich auch innerhalb einer halben bis einer Minute davon. Danach tat er so, als wäre nie was gewesen. Es war ein Riesenschock für mich, da die Anfälle vorher nie auftraten. Zumindest war dies mir bisher nie bewusst gewesen.

Nach sechs Wochen kann ich sagen, dass es Pino wieder besser geht. Er ist deutlich agiler und nicht mehr so müde wie zu Beginn der Medikation. Nur das vermehrte Hecheln ist geblieben und wird auch immer so bleiben. Die Schwächeanfälle sind seitdem nicht mehr aufgetreten. Die Zunge wird nicht mehr so schnell blau, wenn er mit einem Hund um die Wette rennt.

 

Derzeit wird Pino also nicht geschont und kann sein Leben dementsprechend in vollen Zügen genießen. Das Dummytraining wird zu unserer Freude fortgesetzt, da dies seine Leidenschaft ist. Außerdem erkunden wir sehr gerne die Wanderwege in der Eifel.

 

Die nächste Kontrolle ist im Februar. Dort werde ich die offizielle Zuchtuntersuchung für das Collegium Cardiologicum e.V. durchführen lassen, um den Befund beim LCD vorlegen zu können. Pino wird auch bei der Studie in der TiHo in Hannover angemeldet.

 

Ich bin sehr froh, dass es diese Seite gibt. Ohne sie und vor allem ohne Sophie wäre ich sehr verloren gewesen. Dank ihrer Hilfe weiß ich nun, wie ich mit Pinos Herzproblem umgehen muss und er dennoch ein soweit möglich unbeschwertes Leben ermöglichen kann.

 

Zudem bin ich den Kollegen Dr. Dietmar Bücheler und Alina Ufer vom Tiergesundheitszentrum in Overath sehr dankbar, dass sie das Herzgeräusch rechtzeitig erkannt haben.

 

(Hanna Wagener, Besitzerin von Pino)